
Welches Kabel- und Rohrortungsgerät wählen? Leica DD120, DD130, DD175 oder DT100
Auswahl von Ortungsgerät und Ortungsset
Das Wichtigste für die Auswahl
Beginnen Sie mit der Frage, was Sie auf welche Weise orten möchten. Für grundlegende Flächenkontrollen kommt DD120 infrage, für zusätzliche Frequenzen und die Anzeige des Signalstroms DD130, für die Arbeitsaufzeichnung DD175. Für anspruchsvollere Leitungsverfolgung sollten Sie das System DT100 mit DE100 prüfen. Bei aktiver Leitungsverfolgung ersetzt der Empfänger allein keinen Sender. Ein Kunststoffrohr ohne Ortungsdraht lässt sich nicht allein im Power-Modus erkennen. Ist das Rohrinnere zugänglich, kommen eine Sonde oder ein geeigneter Ortungsstab infrage; ohne Zugang sollte die Eignung von Bodenradar beurteilt werden.
Wer ein Ortungsgerät nur wegen der Bezeichnung „professionell“ oder der höchsten Zahl im Datenblatt kauft, wählt leicht Funktionen, die im Alltag ungenutzt bleiben. Wichtiger sind wiederkehrende Aufgaben: erste Flächenkontrolle, Verfolgung einer bestimmten Leitung, Sondenortung oder Dokumentation der Messungen.
Dieser Vergleich hilft, die Anforderungen vor dem Kauf zu ordnen. Er ersetzt weder die Bedienungsanleitung noch die Vorgaben des Netzbetreibers. Außerdem trennt er Gerätemöglichkeiten vom Lieferumfang eines konkreten Angebots: Empfänger, Sender, Signalzange und Sonde sind unterschiedliche Systemkomponenten.
Zuerst die Aufgabe, dann das Modell
Notieren Sie die drei häufigsten Einsatzsituationen. Ein Team mit kurzen Kontrollen vor Erdarbeiten benötigt möglicherweise ein anderes Set als eine Gruppe, die lange Abschnitte zwischen parallel verlaufenden Leitungen verfolgt. Klären Sie, ob ein leitfähiger Teil des Netzes zugänglich ist, ob das Material bekannt ist und ob ein aktives Verfahren angewendet werden darf.
Bei Wasser- und Abwasserleitungen zählt neben dem transportierten Medium vor allem das Rohrmaterial sowie der Zugang zum Inneren oder zu einem Ortungsdraht. Die Bezeichnung „Rohrortungsgerät“ allein sagt nicht, ob sich damit ein Kunststoffrohr ohne zusätzliche Ausrüstung verfolgen lässt.
- Flächenkontrolle oder Identifizierung einer bestimmten Leitung?
- Metall, Ortungsdraht oder nichtmetallisches Rohr?
- Soll das Ergebnis nur vor Ort markiert oder auch gespeichert werden?
Passive und aktive Modi beantworten unterschiedliche Fragen
Die Modi Power und Radio empfangen bereits vorhandene Signale. Sie unterstützen die erste Suche, bilden aber kein vollständiges Leitungsverzeichnis ab. Eine fehlende eindeutige Anzeige beweist nicht, dass kein Kabel vorhanden ist. Ein starkes Signal bestätigt umgekehrt nicht automatisch die Identität der Leitung.
Ein Sender ermöglicht, ein aktives Signal entsprechend der Leitung und den zulässigen Verfahren einzukoppeln. Direktanschluss, Signalzange und Induktion von der Oberfläche unterscheiden sich in ihrer Selektivität. Prüfen Sie bei der Geräteauswahl verfügbare Verfahren und übereinstimmende Sender- und Empfängerfrequenzen. Weitere Grundlagen bietet der Ratgeber zu Ortungsverfahren für unterirdische Leitungen.

DD120, DD130, DD175 und DT100: Was sollte man vergleichen?
Die DD100-Serie besteht nicht aus drei identischen Empfängern mit verschiedenen Modellnamen. Zusätzliche Frequenzen, Signalstromanzeige und Arbeitsaufzeichnung können ein höheres Modell rechtfertigen, wenn sie zu den Aufgaben des Teams passen. DT100 sollte als Teil eines Systems mit passendem Sender und Zubehör beurteilt werden.
DT100 bietet fünf Ortungsmodi: SinglePeak, TwinPeak, Null, Sweep und TwinSweep. Damit lässt sich die Signalbeobachtung an die Aufgabe anpassen. Der Frequenzanalysator hilft, Störungen bei der Wahl der Arbeitsfrequenz einzuschätzen. Diese Funktionen unterstützen die Bewertung der Anzeige und bestätigen nicht automatisch die Identität eines Kabels. Prüfen Sie GNSS-Anbindung und Dokumentationsausstattung für die konkrete Konfiguration; ein Vermessungsempfänger ist nicht in jedem Set enthalten.
| Modell | Wichtiger Unterschied für die Auswahl | Im Angebot prüfen |
|---|---|---|
| Leica DD120 | Grundlegende Kontrolle; aktive Frequenzen 8 und 33 kHz | Einzelempfänger oder vollständiges Set mit Sender? |
| Leica DD130 | Zusätzlich 512 und 640 Hz sowie Signalstromanzeige | Kompatibilität mit Sonde oder verwendetem Signalgeber |
| Leica DD175 | Datenaufzeichnung, GPS und Bluetooth | Nutzung und Weitergabe der gespeicherten Daten |
| Leica DT100 | System für präzise Leitungsverfolgung mit auswählbaren Modi und Frequenzen | DE100, erforderliches Zubehör, Stromversorgung und Dokumentationsablauf |
Der Sender gehört zum Verfahren und ist mehr als ein Zusatz
Im Shop werden DD100-Sets mit DA175 und das DT100-System mit DE100 kombiniert. Dass zwei Geräte dieselbe Marke tragen, bestätigt noch nicht die Kompatibilität sämtlicher Funktionen. Gemeinsame Frequenzen, passende Anschlussleitungen und Zubehör sowie die Art der Signaleinkopplung sind entscheidend.
Ein Sender sollte nicht allein anhand seiner maximalen Leistung beurteilt werden. Beim DE100 hängt die verfügbare Leistung von Stromversorgung und Frequenz ab; eine Li-Ion-Ausführung liefert nicht in jedem Modus dieselbe Leistung. Vergleichen Sie Signalsender und den genauen Lieferumfang, statt aus dem Setnamen auf vollständige Ausstattung zu schließen.

Signalzange, Sonde und Ortungsstab erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Eine induktive Signalzange koppelt das Sendersignal in eine geeignete zugängliche Leitung ein. Eine Sonde ist ein kleiner Sender, dessen Position punktweise geortet wird, beispielsweise in einem nichtmetallischen Rohr. Ein Ortungsstab ermöglicht die Verfolgung des eingeführten Abschnitts, sofern Konstruktion und Betriebsart die Signaleinspeisung vorsehen.
Eine gewöhnliche Glasfaser-Schubstange kann lediglich die Sonde führen. Sie darf nicht mit den Eigenschaften eines leitfähigen Ortungsstabs gleichgesetzt werden. Für Abwasseranwendungen trennt der Ratgeber zur Auswahl von Sonde und Schubstange diese Varianten.
- Signalzange auf Sender und Leitungsgeometrie abstimmen.
- Unterstützte Sondenfrequenz des Empfängers prüfen.
- Punktortung von der Verfolgung eines ganzen Abschnitts unterscheiden.
Eine Katalogtiefe verspricht nicht, jedes Kabel zu finden
Der Bereich der Tiefenschätzung bezieht sich auf einen bestimmten Modus und bestimmte Signalbedingungen. Bei DD100 beträgt der Katalogbereich für Leitungen 0,3–3 m. Die für DD130 und DD175 genannten 9,99 m gelten für die Sondentiefenschätzung, nicht für eine allgemeine Kabelortung in zehn Metern Tiefe.
Im Feld beeinflussen Störungen, Kopplungen zu anderen Leitern und die Leitungsgeometrie die Anzeige. Fragen Sie bei der Kaufentscheidung deshalb auch, wie unsichere Ergebnisse erkannt und Leitungsverläufe kontrolliert werden. Eine angezeigte Zahl ersetzt nicht die Bestätigung durch weitere Informationen.
Lieferumfang, Stromversorgung und den gesamten Arbeitsablauf vergleichen
Beim Vergleich eines Einzelempfängers mit einem Set sollten Sender, Anschlussleitungen, Tasche, Batteriehalter, Akkus, Ladegeräte und gegebenenfalls Signalzange berücksichtigt werden. Beispielsweise unterscheiden sich das Basis-Set DT100 + DE100 und die Li-Ion-Varianten in der Ausstattung. Die Möglichkeit, einen Akku aufzuladen, bedeutet nicht, dass Einwegbatterien geladen werden dürfen.
Zum Arbeitsaufwand gehören auch die Vorbereitung der Mitarbeitenden, die Pflege des Zubehörs und die Ergebnisaufzeichnung. Wird das Gerät von mehreren Teams genutzt, planen Sie einen vollständigen Übergabesatz und eine Kontrollroutine. Aktuelle Beträge stehen in den Produktangeboten zusammen mit dem Lieferumfang der angebotenen Ausführung.
Vor der Entscheidung den vollständigen Einsatz prüfen
Besprechen Sie die Aufgabe anhand von Leitungsmaterial, Umgebung und erforderlicher Dokumentation. Eine nützliche Frage lautet: „Wie bestätige ich mit diesem System eine bestimmte Trasse und erkenne ein unsicheres Ergebnis?“ Prüfen Sie daneben Ergonomie und Ablesbarkeit der Bedienung.
Das Team sollte die Grenzen der verwendeten Verfahren kennen. Eine Schulung zur Leitungsortung kann die Auswahl von Modus, Sender und Sonde sowie die Interpretation der Anzeigen abdecken. Lässt sich ein Rohr nicht elektromagnetisch verfolgen, lesen Sie auch den Ratgeber zur Wasserleitungsortung mit Bodenradar.
Vor der Geräteauswahl
- Welche Leitungen und Materialien untersuche ich am häufigsten?
- Brauche ich einen Sender und gibt es ein zulässiges Verfahren zur Signaleinkopplung?
- Muss ich Sonden orten und wenn ja, auf welcher Frequenz?
- Benötige ich Datenaufzeichnung und Positionierung?
- Enthält das Angebot alle nötigen Leitungen, Stromversorgungen und Taschen?
- Wie bestätigt der Bediener den Verlauf und dokumentiert unsichere Stellen?
- Benötige ich zusätzlich GPR für nichtleitende Objekte?
Fragen und Antworten
Reicht DD120 für den Einstieg?
Für grundlegende Kontrollen und Leitungsverfolgung auf den unterstützten Frequenzen kann es passen. Prüfen Sie jedoch den Bedarf an zusätzlichen Frequenzen, Signalstromanzeige und Datenaufzeichnung. Ein Einzelempfänger enthält keine Senderausrüstung; der nutzbare Einsatzbereich ergibt sich aus dem gesamten Set und den Fähigkeiten des Bedieners.
Was bietet DD130 gegenüber DD120?
DD130 ergänzt 512 und 640 Hz sowie die Anzeige des Signalstroms. Der größere angegebene Tiefenbereich bezieht sich auf eine Sonde. Der Katalogbereich der Leitungstiefenschätzung bleibt 0,3–3 m. Daraus darf kein Kabelvergleich „3 m gegen 10 m“ gemacht werden.
Wann lohnt sich DD175?
Wenn das Team Arbeitsaufzeichnung, GPS und Bluetooth tatsächlich nutzt und nicht nur eine grundlegende Trassenanzeige benötigt. Klären Sie vor dem Kauf, wie die Daten in den Dokumentationsablauf gelangen. Eine gespeicherte Position entspricht nicht automatisch einer Vermessung mit festgelegter Genauigkeit.
Wird DT100 ausschließlich mit Sender verkauft?
Nein. Im Shop gibt es separate Angebote für den Empfänger und für Sets. Wählen Sie für das geplante aktive Verfahren einen kompatiblen Sender und die nötige Ausstattung. Prüfen Sie auch, ob Signalzange, Akkus und Ladegeräte enthalten sind oder ob es sich um eine Ausführung mit Batteriehaltern handelt.
Verbessert eine höhere Senderleistung die Ortung immer?
Nein. Frequenz, selektive Signaleinkopplung, Netzgeometrie und Kopplungen sind ebenfalls wichtig. Eine zu starke Anregung der Umgebung kann die Unterscheidung von Leitern erschweren. Zudem hängt die Maximalleistung von Betriebsart und Versorgung ab und ist allein kein Maß für die Qualität des Gesamtsystems.
Findet das Ortungsgerät ein PVC-Rohr?
Nicht allein durch das Vorhandensein des Kunststoffs im passiven Modus. Je nach Rohrkonstruktion und Bedingungen kommen ein zugänglicher Ortungsdraht, eine eingeführte Sonde oder GPR infrage. Auch Durchgängigkeit, Durchmesser und Zugangspunkte beeinflussen die Methodenwahl.
Ergibt sich Kabelfehlerortung aus der Fähigkeit zur Leitungsverfolgung?
Nein. Trassenortung und Fehlerdiagnose sind unterschiedliche Aufgaben. Diagnosefunktionen erfordern eine bestätigte Konfiguration, geeignetes Zubehör und ein vorgesehenes Verfahren. Ein Standardsatz mit Sender darf nicht als vollständiges System für jede Art von Kabelschaden betrachtet werden.
Sollte vor dem Kauf eine Schulung eingeplant werden?
Klären Sie, wer das Gerät bedient und welche Entscheidungen anhand der Anzeigen getroffen werden. Das Programm kann auf vorhandene Geräte und typische Leitungen abgestimmt werden. Kenntnisse über Signalgrenzen und Ergebnisprüfung sind ebenso nötig wie die Bedienung der Tasten.
Passende Geräte zu diesem Ratgeber
Aktuelle Preise und den genauen Lieferumfang finden Sie in den Produktangeboten.

Leica DD120 – Einzelempfänger

Leica DD130 – Einzelempfänger

Leica DD175 – Ortungsgerät mit Datenaufzeichnung

Leica DT100 – Einzelempfänger

Leica DD175 + DA175 – Set mit Anschlussleitungen und Tasche

Leica DT100 + DE100 – Set mit Batteriehaltern
Weiterlesen
- Ausrüstung für Kanal- und Drainageortung wählen: Sonde, Glasfaser oder TraceRod?
Eine Sonde ortet einen Punkt, ein aktiver Ortungsstab hilft beim Verfolgen eines Abschnitts, eine gewöhnliche Glasfaserstange führt die Sonde. So wird das Set passend zum Rohr gewählt.




